© ktsdesign - 123rf.com

 

Corona-Kurzarbeit

Durch Kurzarbeit können durch Herabsetzung der Normalarbeitszeit die Arbeitskosten reduziert werden und gleichzeitig die Beschäftigten im Unternehmen gehalten werden.

NEU! Adaptierung der Kurzarbeit wegen Corona-Schutzmaßnahmen ab 03.11.2020:

Für Unternehmen, die von behördlichen Schließungen betroffen sind:

  • Unterschreitung der 30% Arbeitsleistung möglich
  • im November 2020 ist eine Arbeitsleistung von 0% möglich
  • wirtschaftliche Begründung und Bestätigung durch Steuerberater entfällt
  • Beschäftigte in Kurzarbeit mit Trinkgeldpauschale erhalten für die Zeit des Lockdowns EUR 100 netto pro Monat (Auszahlung durch das Unternehmen, Vergütung durch das AMS)

Für alle Unternehmen gilt:

  • Rückwirkende Erstantragstellung per 01.11.2020 bis 20.11.2020 möglich
  • wenn bereits im Oktober ein Kurzarbeitsbegehren beantragt wurde, kann ein Änderungsbegehren mit einer geringeren Arbeitsleistung gestellt werden
  • wirtschaftliche Begründung und Bestätigung durch Steuerberater entfällt, wenn die Kurzarbeit nur für November 2020 beantragt wurde
  • für Lehrlinge besteht für die Zeit des Lockdowns keine Ausbildungsverpflichtung

 

Ab 01.10.2020 gilt Phase 3 der Kurzarbeit (Bundesrichtlinie Kurzarbeitsbeihilfe) für maximal 6 Monate bis 31.03.2021.

Wichtig: wenn das AMS die Kurzarbeit fördert, kann während der Kurzarbeit kein Arbeitsverhältnis gekündigt werden. Bei detaillierten Fragen zu Beendigung von Arbeitsverhältnissen während der Kurzarbeit unterstützen wir Sie gerne.

Vorgangsweise für die Anmeldung von Kurzarbeit:

  1. Informationen bei AMS oder WKO einholen (AMS, WKO)
    Das AMS hat ein Video als Hilfestellung für die Beantragung erstellt.

  2. Gespräche mit dem Betriebsrat (wenn vorhanden), sonst mit MitarbeiterInnen

  3. Formulare ausfüllen:
    Sozialpartnervereinbarung - Betriebsvereinbarung wenn Betriebsrat vorhanden,
    sonst Sozialpartnervereinbarung - Einzelvereinbarung

  4. Beantragung der COVID-19-Kurzarbeitsbeihilfe über Ihr eAMS-Konto für Unternehmen vor Beginn des Kurzarbeitszeitraumes. Die Sozialpartnervereinbarung wird im Rahmen der Antragstellung über das eAMS-Konto direkt dem AMS übermittelt. Im Antrag ist ab sofort eine wirtschaftliche Begründung erforderlich, wird die Kurzarbeit für mehr als 5 Arbeitnehmer beantragt, muss ein Steuerberater/Bilanzbuchhalter/Wirtschaftsprüfer die Angaben bestätigen (Siehe Beilage 1 der Sozialpartnervereinbarung).

  5. Das AMS leitet den Antrag an die Sozialpartner weiter, ein direkter Kontakt des Arbeitgebers mit den Sozialpartnern ist nicht nötig. Sollte es von den Sozialpartnern Einwände geben, lehnt das AMS das Begehren ab und ersucht den Arbeitgeber sich wegen der Zustimmung direkt an die Sozialpartner zu wenden.

Die Kurzarbeitsbeihilfe kann beim AMS mit einem Berechnungs-Tool ermittelt werden.

Details:

  • Bereiten Sie die Anträge zur Kurzarbeit genau vor - eine Nachmeldung von Mitarbeitern ist nicht vorgesehen.
  • In die Kurzarbeit miteinbezogen werden können nur DienstnehmerInnen, die ein aufrechtes Dienstverhältnis und einen vollentlohnten Kalendermonat vor Beginn der Kurzarbeit aufweisen.
  • Das AMS benötigt folgende Informationen: genauer Beschäftigtenstand, geplante Dauer der Kurzarbeit, Anzahl der betroffenen MitarbeiterInnen, durchschnittliches Einkommen der jeweiligen Einkommensgruppen, geplante maximale Arbeitsreduktion.
  • Für jeden Kalendermonat ist bis zum 28. des Folgemonats eine Abrechnungsliste vorzulegen - die Auszahlung der Kurzarbeitsbeihilfe erfolgt dann im Nachhinein.
  • Urlaubsguthaben vergangener Urlaubsjahre und Zeitguthaben sind tunlichst abzubauen. Alturlaube und Zeitguthaben können auch während des Kurzarbeitszeitraumes abgebaut werden. Bei Verlängerung der Kurzarbeitsvereinbarung über 3 Monate hinaus sind 3 weitere Urlaubswochen tunlichst zu konsumieren.
  • Nettoentgeltgarantie: Arbeitnehmer erhalten folgende Prozentsätze ihres Nettoentgelts vor der Kurzarbeit (KA):
    Bruttogehalt über EUR 2.685 80% des Nettoentgelts vor KA
    Bruttogehalt zwischen EUR 1.700 - EUR 2.685 85% des Nettoentgelts vor KA
    Bruttogehalt unter EUR 1.700 90% des Nettoentgelts vor KA
    Für Einkommen bis zur Höchstbeitragsgrundlage (EUR 5.370) ersetzt das AMS die Mehrkosten, die sich im Vergleich zur tatsächlichen Arbeitszeit ergeben, nicht jedoch für den Einkommensteil darüber. Wenn in einem Monat mehr geleistet wird, als es diesem Nettoeinkommen entspricht, steht ein entsprechend höherer Lohn  zu.
  • Überstunden während der Kurzarbeit sind möglich
  • Kurzarbeit kann auch für einzelne Mitarbeiter vereinbart werden.
  • Die Behaltepflicht der Dienstnehmer nach Kurzarbeit beträgt 1 Monat, mit Bewilligung kann diese auch entfallen.
  • Bei Krankenständen während der Kurzarbeit erhält der Arbeitnehmer weiter 80/85/90 Prozent des bisherigen Nettoentgelts. Die Kurzarbeitsbeihilfe des AMS für den Arbeitgeber schließt auch Krankenstandstage ein. Bei Urlaub während der Kurzarbeit gebührt dem Arbeitnehmer das volle Nettogehalt wie vor der Kurzarbeit, die AMS-Beihilfe für den Arbeitgeber entfällt in diesem Fall.
  • Normalarbeitszeit muss im Kurzarbeitszeitraum mindestens 30%, maximal 80% betragen, eine höhere Reduktion muss genehmigt werden (siehe Beiblatt 2 zur Sozialpartnervereinbarung).
  • Sozialversicherungsbeiträge sind auf Basis des Entgelts wie vor der Kurzarbeit zu leisten. Das AMS ersetzt dem Arbeitgeber die Mehrkosten ab dem 1. Kurzarbeitsmonat.
  • Corona-Kurzarbeit kann für max. 6 Monate beantragt werden
  • Der Antrag darf auch von uns als Ihrem Steuerberater eingebracht werden, da wir gegenüber dem AMS zur Vertretung berechtigt sind.

 

Unser Kanzlei ist für Sie geöffnet. Wir sind telefonisch und per E-Mail
von Montag bis Donnerstag von 08:30 - 17:00 Uhr und
am Freitag von 08:30 bis 14:00 für Sie da.

Bei Fragen beraten wir Sie gerne: 01/ 503 58 70 oder office@asontas.at