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Hilfsmaßnahmen für Unternehmen aufgrund des Corona-Virus

Aufgrund der außergewöhnlichen Umstände haben wir die derzeit für uns verfügbaren Informationen zu Hilfsmaßnahmen für Unternehmen aufgrund des Corona-Virus zusammengestellt. (Stand: 05.08.2020 11 Uhr)

 

  1. Corona-Hilfsfonds - Garantien und Fixkostenzuschuss
  2. Härtefall-Fonds der WKO für EPU, Kleinstunternehmen, neue Selbständige und freie Dienstnehmer
  3. Kreditrahmen für Exportunternehmen
  4. Österreichische Gesundheitskasse (9 ehemalige GKKs): Vorübergehende Erleichterungen für Dienstgeber
  5. Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen bei der Sozialversicherung der Selbständigen
  6. Steuerliche Sonderregelgungen betreffend Corona-Virus
  7. SVS: Überbrückungsfinanzierungen für selbständige Künstlerinnen und Künstler
  8. Künstler-Sozialversicherungsfonds: COVID-19-Fonds
  9. Non-Profit-Organisation - Unterstützungsfonds
  10. Neustartbonus
  11. Lehrlings-Bonus
  12. Corona-Familienhärtefonds

 

1. Corona-Hilfsfonds - Garantien und Fixkostenzuschuss

 

Der Gesamtrahmen des Corona-Hilfsfonds beträgt EUR 15 Mrd. und steht für österreichische Unternehmen finanzielle Mittel bereit, die durch die Coronakrise schwerwiegende Liquiditätsengpässe haben. Anspruchsberechtigt sind Unternehmen und Branchen, die durch die Beschränkungen und Betretungsverbote betroffen sind, wie auch Unternehmen, die große Umsatzeinbußen erleiden mussten.

Abgewickelt wird der Fonds durch die eigens gegründete COFAG (Covid-19 Finanzierungsagentur) gemeinsam mit aws, ÖHT und OeKB, Single-Point of Contact ist die Hausbank. Der Fonds stellt Garantien und Fixkostenzuschüsse zur Verfügung.

Garantien:

Bis zu einer Höhe von EUR 500.000 können Banken Betriebsmittelkredite auf Basis einer 100%-Garantie der Republik vergeben. Bei einem Finanzierungsbedarf von über EUR 500.000 sollen 90% der Kreditsumme besichert werden. Die Kredithöhe orientiert sich am tatsächlichen Liquiditätsbedarf des Unternehmens, die Obergrenze sind 3 Monatsumsätze oder das Doppelte der gesamten jährlichen Lohn- und Gehaltssumme oder maximal EUR 120 Mio in angemessen begründeten Fällen. Die Laufzeit beträgt max. 5 Jahre.

Beim Garantieprodukt 100% kommt ein Kreditzinssatz von 3-Monats-Euribor +75 Basispunkte zur Anwendung, in den ersten beiden Jahren gilt eine Obergrenze von 0%.

Beim Garantieprodukt 90% kommt ein Kreditzinssatz von höchstens 1%, von der Unternehmensgröße abhängige Garantieentgelte von 0,25 - 2 % kommen hinzu.

Anträge können ab 08.04.2020 über die Hausbank gestellt werden.

Fixkostenzuschuss:

Zuschüsse sollen Fixkosten (Miete, Versicherungsprämien, Zinsaufwendungen,...) decken und sind gestaffelt nach dem Umsatzausfall des Unternehmens:

40 - 60% Ausfall 25% Ersatzleistung
60 - 80% Ausfall 50% Ersatzleistung
80 - 100% Ausfall 75% Ersatzleistung

Die Fixkosten werden für den Zeitraum 16.03.2020 - 15.06.2020 ermittelt, wenn für die Berechnunng des Umsatzausfalls das 2. Quartal 2020 mit dem 2. Quartal 2019 verglichen wird. Alternativ können bis zu drei zusammenhängende Betrachtungszeiträume ausgewählt werden (16.03.-15.04., 16.04.-15.05., 16.05.-15.06., 16.06.-15.07., 16.07.-15.08., 16.08.-15.09.2020), um den Umsatzausfall und die Fixkosten-Bemessungsgrundlage zu ermitteln.

Voraussetzungen für Anspruch der Zuschüsse:

      • Standort und Geschäftstätigkeit in Österreich, Fixkosten müssen in Österreich operativ angefallen sein
      • während der Coronakrise hat das Unternehmen einen Umsatzverlust von mindestens 40% erlitten, der durch COVID-19 verursacht wurde (ab 16.03.2020 bis Ende der Covid-Maßnahmen, längstens jedoch bis 15.09.2020)
      • sämtliche zumutbare Maßnahmen, um die Fixkosten zu reduzieren und die Arbeitsplätze in Österreich zu erhalten, wurden gesetzt
      • vor der Coronakrise war das Unternehmen gesund
      • Per 31.12.2019 hatte da Unternehmen weniger als 250 Beschäftigte
      • Aufgrund der Coronakrise wurden keine Beschäftigten gekündigt, sondern stattdessen die Kurzarbeit in Anspruch genommen

Der Antrag kann ab 20.05.2020 über den FinanzOnline-Zugang gestellt werden. Die Auszahlung erfolgt in drei Tranchen, 50% können ab 20.05.2020, 25% ab 19.08.2020 und 25% ab 19.11.2020 beantragt werden.

Der Antrag über muss eine Darstellung der tatsächlich entstandenen Fixkosten und der tatsächlich eingetretenen Umsatzausfälle enthalten. Bei Zuschüssen über EUR 12.000 müssen diese Angaben vor Einreichung vom Steuerberater/Wirtschaftsprüfer geprüft und bestätigt werden, dann wird von uns über FinanzOnline der Antrag eingebracht.

Der Fixkostenzuschuss muss nicht rückerstattet werden, reduziert aber die steuerlich abzugsfähigen Aufwendungen im betreffenden Wirtschaftsjahr. Der Zuschuss beträgt mindestens EUR 500,- und kann maximal EUR 90 Mio. betragen.

Unter www.fixkostenzuschuss.at finden sie sämltiche Informationen zum Fixkostenzuschuss. Bei Fragen beraten wir Sie gerne und unterstützen Sie bei der Einreichung Ihres Antrags.

 

2. Härtefallfonds der WKO für EPU, Kleinstunternehen, neue Selbstständige und freie Dienstnehmer

 

Der Härtefallfond wird durch die WKO im Auftrag des Bundes abgewickelt und ist mit EUR 2 Mrd. dotiert. Er ist eine rasche Erste-Hilfe Maßnahme für die akute finanzielle Notlage in der Corona-Krise. Alle Selbstständigen, die jetzt keine Umsätze haben, sollen unterstützt werden, um ihre Lebenshaltungskosten decken zu können. Das Geld ist ein steuerfreier Zuschuss und muss nicht zurückgezahlt werden.

Anträge für Soforthilfe (Phase 1) konnten bis einschließlich 17.04.2020 bei der WKO eingebracht werden.

Anträge können von folgenden Personen/Unternehmen gestellt werden, unabhängig von einer WKO-Mitgliedschaft:

      • Ein-Personen-Unternehmer (EPU)
      • Kleinstunternehmer als natürliche Person, die weniger als 10 Vollzeit-Äquivalente (ohne Lehrlinge) beschäftigen und max. EUR 2 Mio. Umsatz oder Bilanzsumme aufweisen
      • Erwerbstätige Gesellschafter, die nach GSVG/FSVG pflichtversichert sind
      • Neue Selbständige (zB Vortragende, Künstler, Journalisten, Psychotherapeuten,...)
      • Freie Dienstnehmer (zB EDV-Spezialisten, Nachhilfelehrer, Trainer, Vortragende...)
      • Freie Berufe (zB im Gesundheitsbereich)

Anträge für Phase 2 können ab 20.04.2020 bis 31.12.2020 mittels Online-Formular eingebracht werden. Hier ist ein Muster des Antragsformulars abrufbar, um sich auf die Online-Einreichung vorbereiten zu können. Ersetzt werden 80% (90% bei Geringverdienern) des Nettoeinkommensentgangs aus dem jeweiligen Betrachtungszeitraum:

      • Betrachtungszeitraum 1: 16.03.2020-15.04.2020
      • Betrachtungszeitraum 2: 16.04.2020-15.05.2020
      • Betrachtungszeitraum 3: 16.05.2020-15.06.2020
      • Betrachtungszeitraum 4: 16.06.2020-15.07.2020
      • Betrachtungszeitraum 5: 16.07.2020-15.08.2020
      • Betrachtungszeitraum 6: 16.08.2020-15.09.2020
      • Betrachtungszeitraum 7: 16.09.2020-15.10.2020
      • Betrachtungszeitraum 8: 16.10.2020-15.11.2020
      • Betrachtungszeitraum 9: 16.11.2020-15.12.2020

Am 27.05.2020 wurde vom Finanzminister verkündet, dass aus diesen 9 (vormals 6) Betrachtungszeiträumen 6 (vormals 3) gewählt werden können, für jeden Zeitraum muss ein gesonderter Antrag im Nachhinein gestellt werden. Der Zuschuss ist gedeckelt mit max. EUR 2.000 monatlich für sechs Monate. In Phase 2 stehen pro Antragsteller maximal bis zu EUR 12.000 zur Verfügung. Auszahlungen aus Phase 1 werden auf Phase 2 angerechnet, weshalb neben der zeitverzögerten Auszahlung keine weiteren Nachteile für jene entstehen, die in Phase 1 nicht berücksichtigt wurden (neue Förderrichtlinien zu Phase 2).

In der Phase 2 wurden wichtige Verbesserungen umgesetzt:

      • Kreis der Bezieher wurde ausgeweitet
      • Einkommensober- und -untergrenzen entfallen
      • Mehrfachversicherungen und Nebenverdienste sind keine Ausschlussgründe mehr
      • Neugründer (ab 01.01.2020) können einen Pauschalbetrag (EUR 500 pro Monat) beziehen
      • Geringfügig unternehmerisch tätige Pensionisten sind antragsberechtig

Ebenfalls wurde am 27.05.2020 vom Finanzminister bekannt gegeben, dass schon ausbezahlte Minimalbeträge auf den Minimalförderbetrag EUR 500 automatisch aufgestockt werden. Zusätzlich wird es einen "Comeback-Bonus" geben: wer in Phase 2 Anspruch auf Zahlungen aus dem Härtefallfonds hatte, bekommt zusätzlich EUR 500 im Monat, insgesamt maximal EUR 3.000 pro Antragsteller für sechs Monate. Sollte ein Antrag bereits abgeschlossen sein, werde der Bonus im Laufe der nächsten Woche automatisch ausgezahlt.

Für land- und forstwirtschaftliche Betriebe erfolgt die Antragstellung über die Agrarmarkt Austria, für Non-Profit-Organisationen werden derzeit Förderrichtlinien ausgearbeitet.

 

3. Kreditrahmen für Exportunternehmen

 

Es wurden insgesamt EUR 3 Mrd. für Exportunternehmen vom BMF zur Verfügung gestellt. Diese können ab sofort über die Österreichische Kontrollbank (OeKB) mit Unterstützung der Hausbank einen Kreditrahmen in Höhe von 10% (Großunternehmen) bzw. 15% (KMU) des Exportumsatzes beantragen. Maximaler Kreditrahmen pro Unternehmen ist EUR 60 Mio., die Laufzeit beträgt 2 Jahre (Möglichkeit der Verlängerung ist gegeben).

Voraussetzung ist, dass das Unternehmen bis zum Start der Corona-Auswirkungen wirtschaftlich gesund war. Der Bund übernimmt Haftungen für 50 bis 70 Prozent dieser Kredite.

Nährere Informationen unter exportservice@oekb.at bzw T (01) 53127-2600

Die OeKB kann im Auftrag des BMF vorübergehend auch kurzfristige Kreditrisiken in OECD-Ländern versichern. Information

 

4. Österreichische Gesundheitskasse (9 ehemalige GKK): Vorübergehende Erleichterungen für Dienstgeber

 

Die Coronavirus-Pandemie ändert nichts an den Meldefristen und der Fälligkeit der Beiträge: Anmeldungen, Beitragsgrundlagenmeldungen und Abmeldungen sind weiterhin innerhalb der gesetzlichen Fristen mitzuteilen.

Stundungen für die Beitragszeiträume Februar, März und April 2020:

      • für Unternehmen, die von der Schließungsverordnung betroffen waren, erfolgt eine automatische Stundung
      • sonstige Unternehmen, die coronabedingte Liquiditätsprobleme haben, können um Stundung bei der regionalen Servicestelle formlos mit Angabe der coronabedingten Probleme ansuchen
      • Befürwortete Ansuchen oder automatische Stundungen enden mit 15.01.2021, bis dahin fallen keine Verzugszinsen an
      • Können die Beiträge bis dahin nicht bezahlt werden, kann ab Jänner 2021 eine Ratenzahlung vereinbart werden, während der Zahlung der Raten fallen keine Verzugszinsen an.

Die Stundung der Beiträge für Mai, Juni und Juli 2020 hat der Nationalrat mit dem zweiten Stundungspaket beschlossen. Da dieses aber im Bundesrat noch nicht behandelt werden konnte, tritt es voraussichtlich rückwirkend mit dem 01.06.2020 in Kraft. Derzeit werden die Betriebe gebeten, keine Anträge zu stellen, nach Verlautbarung des Gesetzes wird ein entsprechendes Formular zur Verfügung gestellt.

Aussetzung der Einbringungsmaßnahmen in den Monaten März, April und Mai 2020:

      • keine Einbringungsmaßnahmen (zB Exekutionsanträge)
      • keine Insolvenzanträge
      • für coronabedingte verspätete Beitragsgrundlagenmeldungen gibt es keine Säumniszuschläge

Mit einer Stundungsverordnung des Sozialministers wurde der Zeiträum, in dem keine fälligen Beiträge betrieben werden, bis zum 31.08.2020 verlängert.

 

5. Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen bei der Sozialversicherung der Selbständigen

 

Vom Corona-Virus direkt oder indirekt durch Erkrankung oder Quarantäne Betroffene oder Unternehmen, die durch Ertragseinbußen in Zahlungsschwierigkeiten sind, können formlos schriftlich per E-Mail oder direkt per Online-Formular die Stundung und Ratenzahlung beantragen. Bei Stundung oder Ratenvereinbarung werden keine Verzugszinsen angelastet.

Die Herabsetzung der vorläufigen Beitragsgrundlage kann mittels Online-Formular beantragt werden. Eine Herabsetzung ist maximal bis auf die Mindestbeitragsgrundlage möglich, ist diese bereits erreicht, ist eine Herabsetzung im Regelfall nicht mehr möglich.

Mahnungen von offenen Beitragsforderungen werden bis auf Weiteres ausgesetzt, ebenso werden keine Anträge auf Einleitung von Exekutionsverfahren sowie Insolvenzberfahren gestellt.

 

6. Steuerliche Sonderregelungen betreffend Corona-Virus

 

Die Finanzämter stellen über FinanzOnline einen Antrag zur Verfügung mit dem alle steuerlichen Erleichterungen beantragt werden können. Steht Ihnen kein FinanzOnline zur Verfügung, kann der Antrag auch ausgefüllt an corona@bmf.gv.at gesendet werden. Natürlich beraten wir Sie gerne oder übernehmen die Einreichung für Sie.

Laut Information des Bundesministeriums für Finanzen vom 24.03.2020 kann Steuerpflichtigen, die von gehäuft auftretenden Infektionen mit dem SARS-CoV-2-Virus und den angeordneten behördlichen Maßnahmen (häusliche Quarantäne, Schließung der Bildungseinrichtungen, Absage von Veranstaltungen,…) betroffen sind, durch mehrere Maßnahmen geholfen werden.

Der Steuerpflichtige muss glaubhaft machen, dass er von Ertragseinbußen und/oder einem Liquiditätsengpass betroffen ist, der konkret auf eine SARS-CoV-2-Virus-Infektion zurückzuführen ist. Die ist der Fall, wenn es zB zu vielen Stornierungen von Hotelreservierungen, Ausfall von Sport- und Kulturveranstaltungen, Ausfall oder Beeinträchtigung von Lieferketten oder Ertragseinbußen durch Änderungen des Konsumverhaltens kommt.

Für den Nachweis hat das BMF Textbausteine zur Verfügung gestellt (auch bei den Anträgen in FinanzOnline), die unbürokratisch verwendet werden können. Sämtliche Anträge, die die folgenden Maßnahmen betreffen, werden vom Finanzamt vorrangig bearbeitet.

Einkommen- oder Körperschaftsteuervorauszahlungen für 2020

      • Antrag auf Herabsetzung von Einkommen- oder Körperschaftsteuervorauszahlungen für das Kalenderjahr 2020 über FinanzOnline oder ein Musterformular bis 15.01.2021. Es muss glaubhaft gemacht werden, dass durch eine konkrete Betroffenheit zu Ertragseinbußen kommt (Minderung der Bemessungsgrundlage). Das Finanzamt hat die Vorauszahlungen für 2020 zu reduzieren, ergibt sich für 2020 keine Steuervorschreibung wird die Vorauszahlung mit Null Euro festgesetzt. Diese Anträge werden sofort erledigt.
      • Ist der Steuerpflichtige durch den Notstand liquiditätsmäßig derart betroffen, dass er die festgesetzte Vorauszahlung nicht zahlen kann, so kann er beim Finanzamt anregen die Einkommensteuer- oder Körperschafsteuervorauszahlung für 2020 zu verringern oder zur Gänze nicht festzusetzen. Der Steuerpflichtige muss seinen liquiditätsmäßigen Notstand glaubhaft machen.
      • Sollten bei der Veranlagung für 2020 Nachforderungszinsen anfallen, werden diese nicht angesetzt.

Abgabeneinhebung

      • Steuerpflichtige können beantragen, dass Steuerzahlungen gestundet oder in Raten entrichtet werden (jeweils bis längstens 15.01.2021). Im Antrag muss der Steuerpflichtige die konkrete Betroffenheit glaubhaft machen.
      • Damit Stundungsanträge berücksichtigt werden, muss die Abgabe am Steuerkonto verbucht/gemeldet sein (USt über UVA gemeldet; sonstige Selbstbemessungsabgaben wie LSt/DB/DZ über die Funktion "Meldung zur Zahlung von Selbstbemessungsabgaben" unter dem FinOn-Menüpunkt "Weitere Services"). Sammel-Stundungsanträge für künftige, erst fällig werdende Abgaben werden abgewiesen.
      • Gleichzeitig kann der Steuerpflichtige beantragen, dass bei konkreter Betroffenheit Stundungszinsen nicht angesetzt werden. Nach dem 15.01.2021 erhöhen sich die Stundungszinsen stufenweise.
      • Des weiteren kann der betroffene Steuerpflichtige beantragen, dass ein verhängter Säumniszuschlag herabgesetzt oder nicht festgesetzt wird.

Stundungen, die nach dem 15.03.2020 bewilligt wurden und deren Frist am 30.09.2020 oder 01.10.2020 endet, wurden bis 15.01.2020 verlängert.

Zuwendungen zur Bewältigung der Corona-Krise werden steuerfrei gestellt, die damit abgedeckten Ausgaben bleiben in voller Höhe Betriebsausgaben.

Für sämtliche Schriften und Amtshandlungen, die im Zusammenhang mit Hilfsmaßnahmen in der Corona-Krise stehen, gibt es eine umfassende Befreiung von Gebühren und Bundesverwaltungsabgaben.

Wenn es zu vorübergehenden Betriebsschließungen kommt, dann sollten die Registrierkassen  nicht außer Betrieb genommen werden. Das Anmeldeprozedere über FinanzOnline und die Startbelegprüfung bei der Wiederinbetriebnahme könnten einen unverhältnismäßigen Aufwand darstellen.

 

7. SVS: Überbrückungsfinanzierungen für selbständige Künstlerinnen und Künstler

 

Antragsberechtigt für den nicht rückzahlbaren Zuschuss sind Personen, die Kunst und Kultur schaffen, ausüben, vermitteln oder lehren. Bei der Sozialversicherungsanstalt der Selbständigen (SVS) ist vermerkt, ob AntragstellerInnen künstlerische Tätigkeiten ausüben, des weiteren ist erfasst, ob Beitragszuschüsse des Künstler-Sozialversicherungsfonds (KVSF) bezogen werden. Eine nachträgliche Änderung der Tätigkeit ist nach Prüfung bei der SVS möglich.

Voraussetzungen:

  • Versicherung bei der SVS mit Stichtag 13.03.2020 oder "Opting in" bis 13.06.2020
  • Hauptwohnsitz in Österreich
  • eine durch COVID-19 verursachte wirtschaftliche Notlage (laufende Kosten können icht mehr gedeckt werden)

Die Beihilfe beträgt maximal EUR 6.000 in Form einer Einmalzahlung, Leistungen aus dem Härtefallfonds der WKO werden angerechnet. Wenn im Kalenderjahr 2020 mehr als EUR 75.180 (Höchstbeitragsgrundlage vor Steuern) erwirtschaftet werden, muss die Behilfe zurückgezahlt werden.

Der Antrag kann bis 31.12.2020 hier gestellt werden, jedoch werden Beihilfen nur ausgezahlt bis die Mittel erschöpft sind.

 

8. Künstler-Sozialversicherungsfonds: COVID-19-Fonds

 

Der COVID-19-Fonds (Richtlinie) ist mit EUR 5 Mio. dotiert und unterstützt Künstlerinnen und Kulturvermittlerinnen. Die Phase 1 endete mit 02.07.2020. In Phase 2 ist es möglich ab 10.07.2020 hier einen Antrag zu stellen: Antragsformular

Der KSVF kann KünstlerInnen und KulturvermittlerInnen mit bis zu EUR 3.000,- unterstützen, wenn sie

      • weder den Härtefall-Fonds der WKO
      • noch die Überbrückungshilfe der SVS in Anspruch nehmen können und
      • einen Hauptwohnsitz in Österreich haben
      • von einer wirtschaftlich signifikanten Brdrohung durch COVID-19 betroffen sind
      • keinen Anspruch auf Leistungen aus Versicherung zur Abdeckung von COVID-19-Auswirkungen haben
      • für den selben Sachverhalt nicht bereits Beihilfen aus dem KSVF-Unterstützungsfonds bezogen wurden
      • die voraussichtlichen Einkünfte im Kalenderjahr 2020 EUR 29.942,90 (65-fache der ASVG-Geringfügigkeitsgrenze) nicht überschreiten.

Zusätzlich zu KünstlerInnen können auch KulturvermittlerInnen diese Beihilfe beantragen. Informationen

 

9. Non-Profit-Organisation - Unterstützungsfonds

 

Gemeinnützige Organisationen aus allen Lebensbereichten (Sozialbereich, Kultur, Sport, freiwillige Feuerwehr, gesetzlich anerkannte Religionsgemeinschaften) werden mit Zuschüssen, die nicht zurückgezahlt werden müssen, gefördert.

Voraussetzung für die Förderung ist:

      • Sitz und Tätigkeit in Österreich
      • Gründungs- oder Errichtungsdatum am oder vor dem 10.03.2020
      • wirtschaftliche Beeinträchtigung durch die Corona-Krise

Die Förderung setzt sich zusammen aus förderbare Kosten

      • Miete und Pacht
      • Wasser, Energie & Telekommunikation
      • Versicherungen & Lizenzkosten
      • Vorlaufkosten für abgesagte Veranstaltungen
      • Steuerberatungskosten
      • Zahlungsverpflichtungen (zB Buchhaltung, Marketing & Werbung)
      • Zinsaufwendungen
      • verderbliche oder saisonale Ware
      • Personalkosten (BEinstG)
      • COVID-19 bedingte Kosten (zB Schutzausrüstung, Desinfektionsmittel)

und einem pauschalen Struktursicherungs-Beitrag (idR 7% der im Jahr 2019 erwirtschafteten Einnahmen, max. EUR 120.000 pro Organisation).

Ist die Summe der förderbaren Kosten und Struktursicherungs-Beitrag höher als EUR 3.000 wird höchstens der Einnahmen-Ausfall ersetzt: Einnahmen von 01.01.-30.09.2019 minus Einnahmen von 01.01.-30.09.2020, je Organisation max. EUR 2,4 Mio. Je Organisation muss die Summe aus förderbaren Kosten und Struktursicherungs-Beitrag mindestens EUR 500 betragen.

Anträge können ab 08.07.2020 bis 31.12.2020 über www.npo-fonds.at gestellt werden, die Abwicklung erfolgt über die aws. Bis EUR 3.000 werden Förderbeträge sofort ausbezahlt, bei höheren Beträgen erfolgen Teilzahlungen sofort, der Rest nach Prüfung (Informationen zu der Auszahlung mit Fallbeispielen) Für den Zeitraum 01.04.2020 - 30.09.2020 ist eine Abrechung mit Kosten und Einnahmennachweis vorzulegen.

Für die Förderung von Beteiligungsorganisationen braucht es eine Notifizierung als Beihilfe und die Zustimmung der Europäischen Kommission - diese steht noch aus. Eine Registrierung auf www.npo-fonds.at ist trotzdem ab 08.07.2020 möglich, liegt die Zustimmung vor, wird die die Beteiligungsorganisation per E-Mail informiert.

Zusätzliche Informationen finden Sie unter www.npo-fonds.at/faqs/

 

10. Neustartbonus

 

Dieses Instrument (dotiert mit EUR 30 Mio) erleichtert es Unternehmen, die krisenbedingt nicht voll ausgelastet sind, neue Mitarbeiter zB in Teilzeit aufzunehmen. Das AMS stockt das Gehalt/den Lohn für Arbeitnehmer auf ca. 80 Prozent des Bezuges vor der Arbeitslosigkeit auf. Arbeitnehmerinnen oder Arbeitnehmer, die ab 15.06.2020 neu eingestellt werden, können über ihr eAMS-Konto den Neustartbonus vor Beginn des Arbeitsverhältnisses beantragen, die Auszahlung erfolgt monatlich direkt an die Beschäftigten.

Voraussetzungen:

      • die Person muss beim AMS arbeitslos gemeldet sein
      • das eingegangene Dienstverhältnis geht auf eine dem AMS gemeldete offene Stelle zurück
      • das Entgelt im neuen Dienstverhältnis liegt unter jenem vor der Arbeitslosigkeit
      • das neue Dienstverhältnis umfasst mind. 20 Wochenstunden
      • gilt für Dienstverhältnisse, die bis 30.06.2021 eingegangen werden
      • eine Wiederbeschäftigung beim selben Arbeitgeber innerhalb von drei Monaten ist nicht förderbar
      • aber: der Wechsel von einem geringfügigen in ein voll sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis ist förderbar

Ausbezahlt wird Arbeitslosengeld bzw. Notstandshilfe plus 45% minus Netto-Erwerbseinkommen inklusive Sonderzahlungen - höchsten aber EUR 950 monatlich. Die Förderung gilt solange das Arbeitsverhältnis dauert, höchstens 28 Wochen. Ausnahmen bestehen und werden individuell mit dem AMS vereinbart.

 

11. Lehrlings-Bonus

 

Unternehmen, die während der Corona-Krise Lehrlinge einstellen, werden mit einem Lehrlings-Bonus von EUR 2.000 pro Lehrling gefördert. Abgewickelt wird diese Förderung über die Lehrlingsstellen der Landes-Wirtschaftskammern.

Die Bundesregierung hat eine Erhöhung des Lehrlingsbonus angekündigt, das bedeutet für Unternehmen mit 10 bis 49 Mitarbeitern nun in Summe EUR 2.500 pro Lehrling. Für Betriebe mit bis zu 9 Mitarbeitern gibt es EUR 3.000 pro Lehrling.

Gefördert wird:

      • Jedes neue, betriebliche Lehrverhältnis mit Abschluss des Lehrvertrages zwischen 16.03.2020 und 31.10.2020. Förderungen werden auch rückwirkend ausgezahlt, das Lehrverhältnis muss spätestens am 31.12.2020 beginnen.
      • Übernahme eines Lehrlings im ersten Lehrjahr aus der ÜBA (Überbetriebliche Lehrausbildung) in ein Unternehmen bis inkl. 31.03.2021

Auszahlungsmodus:

      • Tranche 1 nach Eintragung des Lehrvertrages bei der Lehrlingsstelle
      • Tranche 2 nach Absolvierung gesetzlicher Probezeit
      • Wenn das Lehrverhältnis in der Probezeit gelöst wird, ist Tranche 1 zurückzuzahlen, um Missbrauch vorzubeugen

Der Antrag ist auf www.lehre-foerdern.at abrufbar. Der neue Lehrlings-Bonus wird zusätzlich zur bestehenden Basisförderung und sonstigen Lehrbetriebsförderungen gewährt. Auch Betriebe in Kurzarbeit können Lehrlinge einstellen und den Lehrlings-Bonus beantragen.

 

12. Corona-Familienhärtefonds

 

Das Bundesministerium für Arbeit, Familie und Jugend stellt EUR 30 Mio. aus dem Familienlastenausgleichsfonds für den Corona-Familienhärtefonds zur Verfügung. Ziel der Zuwendungen ist es, Familien mit Kindern rasch eine finanzielle Unterstützung zur Bewältigung von Mehraufwendungen bzw. Einkommensausfhällen aufgrund der Pandemiefolgen zu gewähren.

Voraussetzungen (Richtlinie):

  • Die Familie muss ihren Hauptwohnsitz in Österreich haben
  • Mit Stichtag 28.02.2020 wird für mindestens ein im Familienverband lebendes Kind Familienbeihilfe bezogen
  • Unselbständig Erwerbstätige: ein im gemeinsamen Haushalt lebender Elternteil hat aufgrund der Corona-Krise seinen Arbeitsplatz verloren oder wurde zur Corona-Kurzarbeit angemeldet
  • Selbständig Erwerbstätige: ein im gemeinsamen Haushalt lebender Elternteil ist aufgrund der Corona-Krise in eine finanzielle Notsituation geraten
  • Das Nettoeinkommen darf bestimmte Grenzen gestaffelt nach Haushaltsgrößen nicht überschreiten

Ein Antragsformular pro Familie kann mit den geforderten Unterlagen per E-Mail (corona-hilfe@bmafj.gv.at) oder per Post (Bundesministerium für Arbeit, Familie und Jugend, Abt. II/4, Untere Donaustraße 13-15, 1020 Wien) eingereicht werden.

Die Zuwendungen werden in Form von nicht rückzahlbaren Zuschüssen gewährt. Je nach Familiengröße und -zusammensetzung wird ein Faktor errechnet. Die ermittelte Zuwendung kann höchstens EUR 1.200 pro Monat ergeben und wird für maximal drei Monate gewährt.

 

Unser Kanzlei ist für Sie geöffnet. Wir sind telefonisch und per E-Mail
von Montag bis Donnerstag von 08:30 - 17:00 Uhr und
am Freitag von 08:30 bis 14:00 für Sie da.

Bei Fragen beraten wir Sie gerne: 01/ 503 58 70 oder office@asontas.at