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Hilfsmaßnahmen für Unternehmen aufgrund des Corona-Virus

Aufgrund der außergewöhnlichen Umstände haben wir die derzeit für uns verfügbaren Informationen zu Hilfsmaßnahmen für Unternehmen aufgrund des Corona-Virus zusammengestellt. (Stand: 31.03.2020 9 Uhr)

 

1. Härtefallfonds der WKO für EPU, Kleinstunternehen, Neue Selbständige, freie Dienstnehmer und NPO

Der Härtefallfond wird durch die WKO im Auftrag des Bundes abgewickelt und ist mit EUR 1 Mrd. dotiert. Er ist eine rasche Erste-Hilfe Maßnahme für die akute finanzielle Notlage in der Corona-Krise. Alle Selbständigen, die jetzt keine Umsätze haben, sollen unterstützt werden, um ihre Lebenshaltungskosten decken zu können. Das Geld ist ein einmaliger Zuschuzss und muss nicht zurückgezahlt werden.

Anträge können ab Freitag 27.3.2020 17:00 bis 31.12.2020 bei der WKO eingebracht werden.

Für alle anspruchsberechtigten Antragsteller sind ausreichend finanzielle Mittel reserviert, die Anträge werden nach der Reihenfolge des Einlangens bearbeitet.

Anträge können von folgenden Personen/Unternehmen gestellt werden, unabhängig von einer WKO-Mitgliedschaft:

  • Ein-Personen-Unternehmer (EPU)
  • Kleinstunternehmer als natürliche Person, die weniger als 10 Vollzeit-Äquivalente (ohne Lehrlinge) beschäftigen und max. EUR 2 Mio. Umsatz oder Bilanzsumme aufweisen
  • Erwerbstätige Gesellschafter, die nach GSVG/FSVG pflichtversichert sind
  • Neue Selbständige (zB Vortragende, Künstler, Journalisten, Psychotherapeuten,...)
  • Freie Dienstnehmer (zB EDV-Spezialisten, Nachhilfelehrer, Trainer, Vortragende...)
  • Freie Berufe (zB im Gesundheitsbereich)

Für land- und forstwirtschaftliche Betriebe, sowie Non-Profit-Organisationen werden derzeit Förderrichtlinien ausgearbeitet. Über den Zeitpunkt der Antragstellung für diese Gruppen wird noch informiert.

Hier finden Sie die genauen Förderrichtlinien.

Bei Fragen beraten wir Sie gerne und unterstützen Sie bei der Einreichung Ihres Antrags.

 

2. Sonderurlaub für Arbeitnehmer mit Betreuungspflichten für Kinder unter 14 Jahren und behinderte Personen

Wenn der Arbeitgeber entscheidet diese zu gewähren, übernimmt der Staat ein Drittel der Lohnkosten (für 3 Wochen) in den nächsten Wochen bis Ostern. Einvernehmliche Lösungen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber sind empfehlenswert (zB Flexibilität bei Arbeitszeit, Urlaub, Teleworking).

 

3. Keine Entschädigungen nach dem Epidemiegesetz

Achtung! Mit der Erlassung des Covid-19-Fondsgesetz wurde das Epidemiegesetz für die aktuelle Corona-Krise außer Kraft gesetzt. Es gibt aus diesem Grund keinen Ersatz des Verdienstentganges aus dem Epidemiegesetz.

 

4. Unterstützung der Stadt Wien und WKW für EPU und KMU

Die Stadt Wien und die Wirtschaftskammer Wien stellen Betrieben EUR 35 Mio. als erste Hilfe zur Verfügung. Der Fokus liegt auf EPU und KMU.

Das Paket besteht aus

  • Bürgschaften zur Liquiditätsstärkung für KMU (EUR 10 Mio.) Konditionen und Antrag (über die Hausbank)
  • Notlagenfonds für EPU und Kleinstunternehmen (EUR 20 Mio.) bei einem Umsatzrückgang von mehr als 50 Prozent Informationen und Antrag
  • Einrichtung von Home-Offices für KMU (EUR 2 Mio.) Antrag unter www.wirschaftsagentur.at
  • Mittelaufstockungen des Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds (EUR 3 Mio.)

 

5. Hilfspaket aufgrund des Corona-Virus für Unternehmen in Niederösterreich

Zuwendungen aus dem WKNÖ-Existenzsicherungsfonds wenn die aktuellen Monatsumsätze deutlich zurückgegangen sind. Anträge können bei den Bezirksstellen der Wirtschaftskammer Niederösterreich für diese einmalige Unterstüztungsleistung gestellt werden. Diese beträgt max. EUR 5.000,- Informationen

Geförderte betriebswirtschaftliche Beratung im Ausmaß von bis zu vier Stunden zur aktuellen finanziellen Situation des Unternehmens und zur Klärung der weiteren Schritte. 100% der Kosten werden durch die WKNÖ übernommen.

Kredithaftungen durch die NÖ Bürgschaften Beteiligungen GmbH.

 

6. Maßnahmen des Landes Burgenland

Die Wirtschaft Burgenland GmbH - WiBuG unterstützt Unternehmen aus dem Burgenland, die in wirtschaftliche Notlage kommen.

  • Überbrückungshilfe des Landes Burgenland für kleine und mittelgroße burgenländische Betriebe Information
  • Härtefälle-Fonds des Landes Burgenland gewährt Soforthilfe für burgenländische EPU und Kleinstbetriebe in Form von nicht rückzahlbaren Zuschüssen für Fixkosten und Mietaufwände. Information

 

7. Hilfspaket des Landes Steiermark gemeinsam mit AK und WKSt

  • Zinsübernahme für Überbrückungskredite durch das Land Steiermark Information
  • Förderung von Telearbeitsplätzen durch das Land Steiermark und die AK Information
  • Härtefall-Fond von Land Steiermark und WKSt dotiert mit EUR 12 Mio: Richtlinien werden gerade ausgearbeitet

 

8. Kreditrahmen für Exportunternehmen

Es wurden insgesamt EUR 2 Mrd. für Exportunternehmen vom BMF zur Verfügung gestellt. Diese können ab sofort über die Österreichische Kontrollbank (OeKB) mit Unterstützung der Hausbank einen Kreditrahmen in Höhe von 10% (Großunternehmen) bzw. 15% (KMU) des Exportumsatzes beantragen. Maximaler Kreditrahmen pro Unternehmen ist EUR 60 Mio. die Laufzeit beträgt 2 Jahre (Möglichkeit der Verlängerung ist gegeben).

Voraussetzung ist, dass das Unternehmen bis zum Start der Corona-Auswirkungen wirtschaftlich gesund war. Der Bund übernimmt Haftungen für 50 bis 70 Prozent dieser Kredite.

Nährere Informationen unter exportservice@oekb.at bzw T (01) 53127-2600.

 

9. Österreichische Gesundheitskasse (9 ehemalige GKK): Vorübergehende Erleichterungen für Dienstgeber

Stundungen für die Beitragszeiträume Februar, März und April 2020:

  • für Unternehmen, die von der Schließungsverordnung betroffen sind, erfolgt eine automatische Stundung
  • sonstige Unternehmen, die coronabedingte Liquiditätsprobleme haben, können um Stundung bei der regionalen Servicestelle formlos mit Angabe der coronabedingten Probleme ansuchen
  • für die Dauer der Stundung fallen keine Verzugszinsen an

Aussetzung der Einbringungsmaßnahmen in den Monaten März, April und Mai 2020:

  • keine Einbringungsmaßnahmen (zB Exekutionsanträge)
  • keine Insolvenzanträge
  • für coronabedingte verspätete Beitragsgrundlagenmeldungen gibt es keine Säumniszuschläge

 

10. Überbrückungsfinanzierungen für EPU/KMU

Unter https://www.aws.at/aws-garantie/ueberbrueckungsgarantie/ können KMU aller Branchen Garantien für Überbrückungsfinanzierungen beantragen (KMU: weniger als 250 Beschäftigte, max. EUR 50 Mio. Umsatz od. EUR 43 Mio Bilanzsumme). Mit der Garantie werden 80% eines Überbrückungskredites von bis zu EUR 2,5 Mio. pro KMU für 5 Jahre besichert. Die Einreichung erfolgt über die finanzierende Hausbank, die aws (Austria Wirtschafsservice) entscheidet über die Vergabe der Garantie. Auch freiberufliche Tätigkeiten sind ab sofort garantiefähig.

 

11. Garantien für Unternehmen mit 250 und mehr Beschäftigten

Auch diese Unternehmen sollen Garantien für Finanzierungen bekommen, die Details werden gerade ausgearbeitet.

 

12. Direktkredite für betroffene Unternehmen

Details werden gerade ausgearbeitet.

 

13. Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen bei der Sozialversicherung der Selbständigen

Vom Corona-Virus direkt oder indirekt durch Erkrankung oder Quarantäne Betroffene oder Unternehmen, die durch Ertragseinbußen in Zahlungsschwierigkeiten sind, sollen direkt und unkompliziert mit der SVS Kontakt aufnehmen.

Folgende Hilfsmaßnahmen können per E-Mail beantragt werden.

  • Stundung der Beiträge
  • Ratenzahlung der Beiträge
  • Gänzliche bzw teilweise Nachsicht der Verzugszinsen

Die Herabsetzung der vorläufigen Beitragsgrundlage kann mittels Online-Formular beantragt werden. Eine Herabsetzung ist maximal bis auf die Mindestbeitragsgrundlage möglich, ist diese bereits erreicht, ist eine Herabsetzung im Regelfall nicht mehr möglich.

 

14. Steuerliche Sonderregelungen betreffend Corona-Virus

Die Finanzämter stellen ein kombiniertes Formular zur Verfügung, mit dem alle steuerlichen Erleichterungen beantragt werden können. Dieses Formular kann ausgefüllt an corona@bmf.gv.at gesendet werden. Steht Ihnen FinanzOnline zur Verfügung, so ersucht das BMF, Anträge ausschließlich über FinanzOnline einzubringen. Natürlich beraten wir Sie gerne oder übernehmen die Einreichung für Sie.

Laut Information des Bundesministeriums für Finanzen vom 24.3.2020 kann Steuerpflichtigen, die von gehäuft auftretenden Infektionen mit dem SARS-CoV-2-Virus und den angeordneten behördlichen Maßnahmen (häusliche Quarantäne, Schließung der Bildungseinrichtungen, Absage von Veranstaltungen,…) betroffen sind, durch mehrere Maßnahmen geholfen werden.

Der Steuerpflichtige muss glaubhaft machen, dass er von Ertragseinbußen und/oder einem Liquiditätsengpass betroffen ist, der konkret auf eine SARS-CoV-2-Virus-Infektion zurückzuführen ist. Die ist der Fall, wenn es zB zu vielen Stornierungen von Hotelreservierungen, Ausfall von Sport- und Kulturveranstaltungen, Ausfall oder Beeinträchtigung von Lieferketten oder Ertragseinbußen durch Änderungen des Konsumverhaltens kommt.

Für den Nachweis hat das BMF Textbausteine zur Verfügung gestellt (auch bei den Anträgen in FinanzOnline), die unbürokratisch verwendet werden können. Sämtliche Anträge, die die folgenden Maßnahmen betreffen, werden vom Finanzamt vorrangig bearbeitet.

Einkommen- oder Körperschaftsteuervorauszahlungen für 2020

  • Antrag auf Herabsetzung von Einkommen- oder Körperschaftsteuervorauszahlungen für das Kalenderjahr 2020 über FinanzOnline oder ein Musterformular bis 31.10.2020. Es muss glaubhaft gemacht werden, dass durch eine konkrete Betroffenheit zu Ertragseinbußen kommt (Minderung der Bemessungsgrundlage). Das Finanzamt hat die Vorauszahlungen für 2020 zu reduzieren, ergibt sich für 2020 keine Steuervorschreibung wird die Vorauszahlung mit Null Euro festgesetzt. Diese Anträge werden sofort erledigt.
  • Ist der Steuerpflichtige durch den Notstand liquiditätsmäßig derart betroffen, dass er die festgesetzte Vorauszahlung nicht zahlen kann, so kann er beim Finanzamt anregen die Einkommensteuer- oder Körperschafsteuervorauszahlung für 2020 zu verringern oder zur Gänze nicht festzusetzen. Der Steuerpflichtige muss seinen liquiditätsmäßigen Notstand glaubhaft machen, auch diese Anträge werden sofort bearbeitet.
  • Sollten bei der Veranlagung für 2020 Nachforderungszinsen anfallen, werden diese nicht angesetzt.

Abgabeneinhebung

  • Steuerpflichtige können beantragen, dass Steuerzahlungen gestundet oder in Raten entrichtet werden (jeweils bis längstens 30. September 2020). Im Antrag, der sofort bearbeitet wird, muss der Steuerpflichtige die konkrete Betroffenheit glaubhaft machen.
  • Gleichzeitig kann der Steuerpflichtige beantragen, dass bei konkreter Betroffenheit Stundungszinsen nicht angesetzt werden.
  • Des weiteren kann der betroffene Steuerpflichtige beantragen, dass ein verhängter Säumniszuschlag herabgesetzt oder nicht festgesetzt wird.

Im Abgabenverfahren und im Finanzstrafverfahren wird der Lauf wichtiger Fristen (vorerst) bis 30. April 2020 unterbrochen. Sie beginnen mit 1. Mai 2020 neu zu laufen.

Zuwendungen zur Bewältigung der Corona-Krise werden steuerfrei gestellt, die damit abgedeckten Ausgaben bleiben in voller Höhe Betriebsausgaben.

Für sämtliche Schriften und Amtshandlungen, die im Zusammenhang mit Hilfsmaßnahmen in der Corona-Krise stehen, gibt es eine umfassende Befreiung von Gebühren und Bundesverwaltungsabgaben.

Wenn es zu vorübergehenden Betriebsschließungen kommt, dann sollten die Registrierkassen  nicht außer Betrieb genommen werden. Das Anmeldeprozedere über FinanzOnline und die Startbelegprüfung bei der Wiederinbetriebnahme könnten einen unverhältnismäßigen Aufwand darstellen.

 

15. Künstler-Sozialversicherungsfonds: COVID-19-Fonds

Ergänzend zu den bisher gewährten Unterstützungen soll in den nächsten Tagen der COVID-19-Fonds eingerichtet werden, der mit bis z u EUR 5 Mio. dotiert ist und rasche Hilfe sicherstellen soll. Derzeit werden die Rahmenbedingungen ausgearbeitet. Zusätzlich zu KünstlerInnen können auch KulturvermittlerInnen diese Beihilfe beantragen. Informationen

 

16. Zusätzliche geplante Maßnahmen:

Kreditgarantien und Kreditstundungen bei Banken

Ziel der Regierung sind zusätzliche Kreditgarantien und Kreditstundungen durch die Bankinstitute. Bitte nehmen Sie Kontakt mit Ihrer Hausbank auf, um Kreditraten zu stunden. Auch andere Vertragspartner können Sie um Stundung bitten (Miete, Leasing, Versicherung,…).

Keine Grundumlagenvorschreibung im Jahr 2020 durch die WKO

Bereits erfolgte Vorschreibungen für das Jahr 2020 sind als gegenstandslos zu betrachten. Es besteht für Unternehmen in einer coronabedingten Notlage die Möglichkeit eine Stundung oder Ratenzahlung der Kammerumlage 1 under der Kammerumlage 2 beim zuständigen Finanzamt zu beantragen.

Krisenbewältigungsfonds

Für KMU wurde ein Härtefonds mit EUR 50 Mio. dotiert.

EPU können ab sofort die Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen, eine Herabsetzung der vorläufigen Beitragsgrundlage und einen Entfall der Verzugszinsen nutzen. Details werden noch ausgearbeitet.

Für Familienbetriebe, Selbständige und EU, die durch die Unterstützungsleistungen des Staates nicht profitieren soll es einen weiteren Härtefonds mit EUR 100 Mio. geben. Details werden ausgearbeitet.

Stärkung von Lieferketten

Bei Schwierigkeiten aufgrund unterbrochener internationaler Lieferketten kann man über wirtschaft.covid-19@bmdw.gv.at das Wirtschaftsministeriums kontaktieren, um Unterstützung der Taskforce Wirtschaft COVID-19 mit Vertretern ausländischer Botschaften in Wien zu erhalten.

Senkung von Energierechnungen

Unternehmen, die durch die Corona-Krise in Schieflage geraten, können durch eine Anpassung an die neuen Gegebenheiten im Einvernehmen mit den Energielieferanten und Netzbetreibern (Strom, Gas, Fernwärme) besser durch die Krise kommen. Informationen

 

Unser Kanzlei ist für Sie geöffnet. Wir sind telefonisch und per E-Mail
von Montag bis Donnerstag von 08:30 - 17:00 Uhr und
am Freitag von 08:30 bis 14:00 für Sie da.
Bei Fragen beraten wir Sie gerne: 01/ 503 58 70 oder office@asontas.at