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Hilfsmaßnahmen für Unternehmen aufgrund des Corona-Virus

Aufgrund der außergewöhnlichen Umstände haben wir die derzeit für uns verfügbaren Informationen zu Hilfsmaßnahmen für Unternehmen aufgrund des Corona-Virus zusammengestellt. (Stand: 26.11.2021 12 Uhr)

 

  1. Ausfallsbonus, Ausfallsbonus II und Ausfallbonus III
  2. Verlustersatz
  3. Corona-Hilfsfonds - Garantien und Fixkostenzuschuss I und Fixkostenzuschuss II
  4. Härtefall-Fonds der WKO für EPU, Kleinstunternehmen, neue Selbständige und freie Dienstnehmer
  5. Kreditrahmen für Exportunternehmen
  6. Österreichische Gesundheitskasse (9 ehemalige GKKs): Vorübergehende Erleichterungen für Dienstgeber
  7. Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen bei der Sozialversicherung der Selbständigen
  8. Steuerliche Sonderregelgungen betreffend Corona-Virus
  9. SVS: Überbrückungsfinanzierungen für selbständige Künstlerinnen und Künstler
  10. Künstler-Sozialversicherungsfonds: COVID-19-Fonds
  11. Non-Profit-Organisation - Unterstützungsfonds
  12. Neustartbonus

 

1. Ausfallsbonus, Ausfallsbonus II und Ausfallsbonus III

 

Ausfallsbonus III

  • November 2021 bis März 2022
  • Voraussetzung ist Umsatzeinbruch von mindestens 40% zum Vergleichsmonat 2019
  • Ersatzrate beträgt je nach Branche 10 bis 40%
  • Maximal EUR 80.000 pro Monat unter Anrechnung der Kurzarbeitsbeihilfe
  • Antrag ab dem 16. des Folgemonats bis zum Viertfolgemonat möglich (Anträge für November ab 16.12.2021 bis 15.03.2022)

FAQs zum Ausfallsbonus III

Ausfallsbonus II

  • Juli bis September 2021
  • Entfall des Vorschusses auf Fixkostenzuschuss 800.000, - der Ausfallsbonus besteht nur noch aus dem Bonus für den Umsatzausfall
  • Voraussetzung: Umsatzausfall von mindestens 50%
  • Staffelung der Ersatzraten nach branchenspezifischem Rohertrag (10%-40%)
  • Deckelung mit EUR 80.000 pro Monat
  • gemeinsame Deckelung: Ausfallsbonus und Kurzarbeit dürfen höchstens den Umsatz des Vergleichszeitraums ergeben
  • Antrag über FinanzOnline monatsweise ab 16. des folgenden Monats bis 15. des viertfolgenden Monats.

Ausfallsbonus

  • November 2020 bis Juni 2021
  • Voraussetzung: Umsatzausfall von mindestens 40% im Vergleich zum Vergleichszeitraum
  • Zusammen mit Ausfallsbonus kann auch ein Vorschuss auf Fixkostenzuschuss 800.000 beantragt werden
  • Keine Einschränkung auf bestimmte Branchen
  • Ersatzrate: 15% als Bonus (für die Monate März und April 2021 aber 30%) und 15% als Vorschuss auf Fixkostenzuschuss 800.000, zusammen also  30% des Umsatzrückganges. Es kann auch nur der Ausfallsbonus beantragt werden.
  • Maximal werden EUR 30.000 pro Monat als Bonus (für März bzw. April aber EUR 50.000) und EUR 30.000,- als Vorschuss auf Fixkostenzuschuss 800.000 ausbezahlt.
  • Antrag über FinanzOnline monatsweise ab 16. des folgenden Monats bis 15. des drittfolgenden Monats.
  • Die COFAG kann fallweise eine Bestätigung eines Steuerberaters über die Höhe der Umsätze anfordern.
  • Wenn ein Vorschuss auf den Fixkostenzuschuss 800.000 beantragt wird, muss bis 31.12.2021 verpflichtend einen Antrag für den Fixkostenzuschuss 800.000 abgegeben werden.
  • Der Ausfallbonus ist ausgeschlossen, wenn für diesen Monat bereits ein Lockdown-Umsatzersatz, Lockdown-Umsatzersatz II oder eine eine Lockdownkompensation für selbständige Künstler beantragt wurde.

Der Antrag für den Ausfallbonus kann direkt vom Unternehmen oder durch den Steuerberater eingebracht werden. Nähere Informationen und die Verordnung finden Sie auf der Website des BMF.

 

2. Verlustersatz

 

Neuerungen ab November 2021:

  • Verlängerung von Jänner bis März 2022
  • Voraussetzung ist Umsatzeinbruch von mitdestens 40% zum Vergleichsmonat
  • Ersatzrate von 70 bis 90% des Verlustes
  • Antrag ab Anfang 2022 (Details sind noch offen)
  • In ein oder zwei Tranchen beantragbar
  • FAQs zum Verlustersatz

Ab 16.12.2020 ist der Verlustersatz für ungedeckte Fixkosten über FinanzOnline beantragbar. Verluste, die zwischen 16.09.2020 und 31.03.2022 anfallen, können entweder vorausprognostiziert oder im Nachhinein ersetzt werden. Große und mittlere Unternehmen erhalten bis zu 70% ihres Verlustes, kleine (bis zu 49 MitarbeiterInnen) und Kleinst-Unternehmen bis zu 90% ihres Verlustes des Vergleichszeitraumes. Das Unternehmen muss einen Umsatzausfall von mindestens 30 % erleiden, um antragsberechtigt zu sein.

Es wurden Betrachtungszeiträume definiert, für welche Anträge gestellt werden können. Beginnend mit 16.-30.09.2020 und dann jeweils der Kalendermonat. Für beantragte Zeiträume darf kein Lockdown-Umsatzersatz (aliquote Anrechnung, wenn zB nur für 2 Wochen beantragt) oder Fixkostenzuschuss II 800.000 bezogen werden. Eine zeitliche Unterbrechung zwischen den Betrachtungszeiträumen ist nur für November und/oder Dezember erlaubt, wenn für diese Monate der Lockdown-Umsatzersatz beantragt wurde.

Einmalig ist ein Umstieg vom Fixkostenzuschuss 800.000 möglich, um den Unternehmen, die an die Obergrenze von EUR 800.000 stoßen, weitere Beihilfen zu ermöglichen.

Die Antragstellung muss über einen Steuerberater erfolgen – bis zu einem Verlustersatz von max. EUR 36.000 können Unternehmen Steuerberatungskosten dafür bis zu EUR 1.000 anrechnen.

Die Schätzung des Verlustes basiert auf einer Prognoserechnung.

Die Auszahlung erfolgt in zwei Tranchen, die erste umfasst 70% des voraussichtlichen Verlustersatzes und kann ab 16.12.2020 beantragt werden, die Anträge für die zweite Tranche können bis 31.03.2022 eingebracht werden. Mit Beantragung der zweiten Tranche erfolgt die Endabrechnung, der Zeitpunkt richtet sich auch nach dem Vorliegen ausreichender Buchhaltungsunterlagen.

Das Bundesministerium für Finanzen stellt FAQs und die Richtlinie auf seiner Webseite zur Verfügung.

Das Team von Asontas berät Sie gerne und nimmt die Beantragung des Verlustersatzes für Sie vor!

 

3. Corona-Hilfsfonds - Garantien und Fixkostenzuschuss

 

Der Gesamtrahmen des Corona-Hilfsfonds beträgt EUR 15 Mrd. und steht für österreichische Unternehmen finanzielle Mittel bereit, die durch die Coronakrise schwerwiegende Liquiditätsengpässe haben. Anspruchsberechtigt sind Unternehmen und Branchen, die durch die Beschränkungen und Betretungsverbote betroffen sind, wie auch Unternehmen, die große Umsatzeinbußen erleiden mussten.

Abgewickelt wird der Fonds durch die eigens gegründete COFAG (Covid-19 Finanzierungsagentur) gemeinsam mit aws, ÖHT und OeKB, Single-Point of Contact ist die Hausbank. Der Fonds stellt Garantien und Fixkostenzuschüsse zur Verfügung.

 

Garantien:

Bis zu einer Höhe von EUR 500.000 können Banken Betriebsmittelkredite auf Basis einer 100%-Garantie der Republik vergeben. Differenziert wird zwischen Garantien für KMU, für Tourismus- und Freizeitbetriebe und für Großunternehmen. Bei einem Finanzierungsbedarf von über EUR 500.000 werden 90% der Kreditsumme besichert. Die Kredithöhe orientiert sich am tatsächlichen Liquiditätsbedarf des Unternehmens. Sie darf aber nicht mehr als 25% des Jahresumsatzes 2019 oder mehr als die doppelte jährliche Lohnsumme oder maximal EUR 120 Mio (in angemessen begründeten Fällen) betragen. Die Laufzeit beträgt max. 6 Jahre.

Beim Garantieprodukt 100% kommt ein Kreditzinssatz von 3-Monats-Euribor +75 Basispunkte zur Anwendung, in den ersten beiden Jahren gilt eine Obergrenze von 0%.

Beim Garantieprodukt 90% kommt eine Zinssatzobergrenze von 1% fix p.a. zum tragen, hinzu kommen je nach Unternehmensgröße abhängige Garantieentgelte von 0,25 - 2 %.

Anträge können ab 08.04.2020 über die Hausbank gestellt werden.

 

Fixkostenzuschuss 800.000:

Der Fixkostezuschuss 800.000 kann bis 31.03.2022 über FinanzOnline beantragt werden. Um eine geordnete Abwicklung garantieren zu können, muss ein Lockdown-Umsatzersatz vor dem Fixkostenzuschuss 800.000 beantragt werden. Für Zeiträume, die durch einen Lockdown-Umsatzersatz abgedeckt werden, kann kein Fixkostenzuschuss 800.000 beantragt werden.

Der Prozentsatz für den Ersatz der Fixkosten richtet sich nach dem prozentuellen Umsatzausfall (zB Umsatzrückgang von 45% - Fixkosten werden zu 45% ersetzt). Ab einem Umsatzrückgang durch COVID-19 von 30% kann ein Ersatz der Fixkosten beantragt werden - bei 100 Prozent Umsatzausfall werden in Phase II 100 Prozent ersetzt. Der Maximalbetrag pro Unternehmen beträgt EUR 800.000. Neu ist die Möglichkeit einer Pauschalierung: wer zum Zeitpunkt der Antragstellung im letztveranlagten Jahr weniger als EUR 120.000 Umsatz hatte, kann 30% des Umsatzausfalls als Fixkosten ansetzen.

Der Fixkostenzuschuss 800.000 wird für bis zu zehn Betrachtungszeiträume bzw. Monate im Zeitraum von 16.09.2020 bis längstens 30.06.2021 gewährt. Die Betrachtungszeiträume sind so zu wählen, dass entweder alle Betrachtungszeiträume zeitlich zusammenhängen oder zwei Tranchen von jeweils zeitlich zusammenhängenden Betrachtungszeiträumen bestehen. Ein direktes Anschließen an den Fixkostenzuschuss I ist nicht erforderlich.

Zusätzlich zu den bisherigen Fixkosten können Leasingraten, Absetzung für Abnutzung (AfA) und endgültig frustrierte Aufwendungen (zB bereits getätigte Vorleistungen von Reiseveranstaltern für stornierte Reisen) abgerechnet werden. AfA und Leasingraten können auch rückwirkend für Betrachtungszeiträume der ersten Phase des Fixkostenzuschuss eingereicht werden.

Die Mittel des Fixkostenzuschuss dürfen nicht für die Zahlung von Boni an Vorstände oder Geschäftsführer verwendet werden. Soweit der Bonus schon vor 16.03.2020 vereinbart wurde und einklagbar ist, ist die Auszahlung nicht schädlich.

Hier finden Sie die Richtlinie zum Fixkostenzuschuss 800.000, das Bundesministerium für Finanzen hat umfangreiche Informationen zur Verfügung gestellt. Anträge für die erste Tranche können bis 30.06.2021, für die zweite Tranche bis 31.12.2021 gestellt werden.

 

4. Härtefallfonds der WKO für EPU, Kleinstunternehen, neue Selbstständige und freie Dienstnehmer

 

Der Härtefallfond wird durch die WKO im Auftrag des Bundes abgewickelt. Er ist eine Erste-Hilfe Maßnahme für die akute finanzielle Notlage in der Corona-Krise. Alle Selbstständigen, die keine Umsätze haben, sollen unterstützt werden, um ihre Lebenshaltungskosten decken zu können. Das Geld ist ein steuerfreier Zuschuss und muss nicht zurückgezahlt werden.

Ein Härtefall liegt vor, wenn:

  • die laufenden Kosten im Betrachtungszeitraum nicht mehr gedeckt werden können oder
  • im Betrachtungszeitraum zumindest überwiegend ein behördlich angeordnetes Betretungsverbot aufgrund von COVID-19 besteht oder
  • ein Umsatzeinbruch von mindestens 50% zum vergleichbaren Betrachtungszeitraum des Vorjahres besteht.

Anträge Phase I konnten bis einschließlich 17.04.2020 bei der WKO eingebracht werden.

Anträge für Phase II können bis 31.07.2021 mittels Online-Formular eingebracht werden.

Anträge der Phase III können bis 31.10.2021 für bis zu drei Betrachtungszeiträume (Juli, August, September 2021) eingebracht werden - für die Einreichung ist ab dieser Phase eine Handysignatur notwendig.

Anträge der Phase IV können bis 02.05.2022 eingebracht werden

  • Insgesamt können Anträge für 23 Betrachtungszeiträume eingebracht werden.
  • In Phase IV muss ein Umsatzeinbruch von 40% vorliegen oder die laufenden Kosten können nachweislich nicht gedeckt werden.
  • Mindestens werden EUR 600 gefördert (in Betrachtungszeitraum 16 EUR 900 als Berücksichtigung für den Zeitraum 16.06.2021 - 30.06.2021), maximal EUR 2.000 (außer in Betrachtungszeitraum 16 - hier werden maximal EUR 3.000 gefördert)
  • Für November und Dezember 2021 beträgt die Mindestförderhöhe EUR 1.100, es muss ein Umsatzeinbruch von 30% vorliegen
  • In Phase III können maximal EUR 7.000 bezogen werden
  • NeugründerInnen bis 31.10.2020 und Unternehmen in Sanierungsverfahren sind anspruchsberechtigt
  • Für Anträge nach dem 15.04.2021 darf keine Ruhendmeldung vorliegen und keine Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung bezogen worden sein.

Unabhängig von einer WKO-Mitgliedschaft können Anträge von folgenden Personen eingebracht werden:

  • Ein-Personen-Unternehmer (EPU)
  • Kleinstunternehmer als natürliche Person, die weniger als 10 Vollzeit-Äquivalente (ohne Lehrlinge) beschäftigen und max. EUR 2 Mio. Umsatz oder Bilanzsumme aufweisen
  • Erwerbstätige Gesellschafter, die nach GSVG/FSVG pflichtversichert sind
  • Neue Selbständige (zB Vortragende, Künstler, Journalisten, Psychotherapeuten,...)
  • Freie Dienstnehmer (zB EDV-Spezialisten, Nachhilfelehrer, Trainer, Vortragende...)
  • Freie Berufe (zB im Gesundheitsbereich)

Die WKO stellt ein Muster des Antragsformulars bereit, um sich auf die Online-Einreichung vorbereiten zu können. Für jeden Betrachtungszeitraum muss ein gesonderter Antrag im Nachhinein gestellt werden:

  • Betrachtungszeitraum  1: 16.03.2020-15.04.2020
  • Betrachtungszeitraum  2: 16.04.2020-15.05.2020
  • Betrachtungszeitraum  3: 16.05.2020-15.06.2020
  • Betrachtungszeitraum  4: 16.06.2020-15.07.2020
  • Betrachtungszeitraum  5: 16.07.2020-15.08.2020
  • Betrachtungszeitraum  6: 16.08.2020-15.09.2020
  • Betrachtungszeitraum  7: 16.09.2020-15.10.2020
  • Betrachtungszeitraum  8: 16.10.2020-15.11.2020
  • Betrachtungszeitraum  9: 16.11.2020-15.12.2020
  • Betrachtungszeitraum 10: 16.12.2020-15.01.2021
  • Betrachtungszeitraum 11: 16.01.2021-15.02.2021
  • Betrachtungszeitraum 12: 16.02.2021-15.03.2021
  • Betrachtungszeitraum 13: 16.03.2021 - 15.04.2021
  • Betrachtungszeitraum 14: 16.04.2021 - 15.05.2021
  • Betrachtungszeitraum 15: 16.05.2021 - 15.06.2021
  • Betrachtungszeitraum 16: 01.07.2021 - 31.07.2021
  • Betrachtungszeitraum 17: 01.08.2021 - 31.08.2021
  • Betrachtungszeitraum 18: 01.09.2021 - 30.09.2021
  • Betrachtungszeitraum 19: 01.11.2021 - 30.11.2021
  • Betrachtungszeitraum 20: 01.12.2021 - 31.12.2021
  • Betrachtungszeitraum 21: 01.01.2022 - 31.01.2022
  • Betrachtungszeitraum 22: 01.02.2022 - 28.02.2022
  • Betrachtungszeitraum 23: 01.03.2022 - 31.03.2022

Die Förderung wird durch Vergleich der Nettoeinkünfte aus dem Betrachtungszeitraum mit den Daten aus dem Einkommensteuerbescheid aus dem Vergleichszeitraum ermittelt. Der Zuschuss ist gedeckelt mit max. EUR 39.000. Auszahlungen aus Phase I werden auf Phase II angerechnet (neue Förderrichtlinien zu Phase 2). Liegt kein Einkommensteuerbescheid vor, oder weist dieser einen Verlust auf, wird ein Pauschalbetrag von EUR 500 monatlich ausbezahlt.

Der Comeback-Bonus beträgt EUR 500 pro Betrachtungszeitraum, insgesamt maximal EUR 6.000 pro Antragsteller, dieser kann beim Antrag gemeinsam mit dem Zusatzbonus (EUR 100 pro Betrachtungszeitraum) beantragt werden.

 

5. Kreditrahmen für Exportunternehmen

 

Es wurden insgesamt EUR 3 Mrd. für Exportunternehmen vom BMF zur Verfügung gestellt. Diese können ab sofort über die Österreichische Kontrollbank (OeKB) mit Unterstützung der Hausbank einen Kreditrahmen in Höhe von 10% (Großunternehmen) bzw. 15% (KMU) des Exportumsatzes beantragen. Maximaler Kreditrahmen pro Unternehmen ist EUR 60 Mio., die Laufzeit beträgt 2 Jahre (Möglichkeit der Verlängerung ist gegeben).

Voraussetzung ist, dass das Unternehmen bis zum Start der Corona-Auswirkungen wirtschaftlich gesund war. Der Bund übernimmt Haftungen für 50 bis 70 Prozent dieser Kredite.

Nährere Informationen unter exportservice@oekb.at bzw T (01) 53127-2600

Die OeKB kann im Auftrag des BMF vorübergehend auch kurzfristige Kreditrisiken in OECD-Ländern versichern. Information

 

6. Österreichische Gesundheitskasse (9 ehemalige GKK): Vorübergehende Erleichterungen für Dienstgeber

 

Die Coronavirus-Pandemie ändert nichts an den Meldefristen und der Fälligkeit der Beiträge: Anmeldungen, Beitragsgrundlagenmeldungen und Abmeldungen sind weiterhin innerhalb der gesetzlichen Fristen mitzuteilen.

Die aufgelaufenen Beitragsrückstände (Februar 2020 – Mai 2021) waren bis 30.06.2021 zu begleichen (FAQ). Die ÖGK kann in einer ersten Phase bis 30.09.2022 Ratenzahlungen gewähren. Diese Ratenvereinbarungen können im WEB-BE-Kundenportal (WEBEKU) ab 01.06.2021 beantragt werden. Der Verzugszinsensatz ist in der ersten Phase um 2 Prozentpunkte verringert und beträgt 1,38%.

In einer zweiten Phase können unter erhöhten Voraussetzungen Zahlungserleichterungen für Rückstände (Februar 2020 bis Mai 2021) bis 30.06.2024 beantragt werden. Für Ratenvereinbarungen bis 30.06.2024 muss bis 30.09.2022 ein gesonderter Antrag gestellt werden. Dafür müssen in der ersten Phase 40% des Beitragsrückstandes beglichen worden und es darf kein Terminverlust eingetreten sein.

 

7. Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen bei der Sozialversicherung der Selbständigen

 

Vom Corona-Virus direkt oder indirekt durch Erkrankung oder Quarantäne Betroffene oder Unternehmen, die durch Ertragseinbußen in Zahlungsschwierigkeiten sind, können formlos schriftlich per E-Mail oder direkt per Online-Formular die Stundung und Ratenzahlung beantragen. Bei Stundung oder Ratenvereinbarung werden keine Verzugszinsen angelastet.

Die Herabsetzung der vorläufigen Beitragsgrundlage kann mittels Online-Formular beantragt werden. Eine Herabsetzung ist maximal bis auf die Mindestbeitragsgrundlage möglich, ist diese bereits erreicht, ist eine Herabsetzung im Regelfall nicht mehr möglich.

Mahnungen von offenen Beitragsforderungen werden bis auf Weiteres ausgesetzt, ebenso werden keine Anträge auf Einleitung von Exekutionsverfahren sowie Insolvenzberfahren gestellt.

 

8. Steuerliche Sonderregelungen betreffend Corona-Virus

 

Die Finanzämter stellen über FinanzOnline einen Antrag zur Verfügung mit dem alle steuerlichen Erleichterungen beantragt werden können. Natürlich beraten wir Sie gerne oder übernehmen die Einreichung für Sie.

Der Steuerpflichtige muss glaubhaft machen, dass er von Ertragseinbußen und/oder einem Liquiditätsengpass betroffen ist, der konkret auf eine SARS-CoV-2-Virus-Infektion zurückzuführen ist. Die ist der Fall, wenn es zB zu vielen Stornierungen von Hotelreservierungen, Ausfall von Sport- und Kulturveranstaltungen, Ausfall oder Beeinträchtigung von Lieferketten oder Ertragseinbußen durch Änderungen des Konsumverhaltens kommt.

Für den Nachweis hat das BMF Textbausteine zur Verfügung gestellt (auch bei den Anträgen in FinanzOnline), die unbürokratisch verwendet werden können. Sämtliche Anträge, die die folgenden Maßnahmen betreffen, werden vom Finanzamt vorrangig bearbeitet.

Einkommen- oder Körperschaftsteuervorauszahlungen

  • Antrag auf Herabsetzung von Einkommen- oder Körperschaftsteuervorauszahlungen über FinanzOnline: Es muss glaubhaft gemacht werden, dass durch eine konkrete Betroffenheit zu Ertragseinbußen kommt (Minderung der Bemessungsgrundlage).
  • Ist der Steuerpflichtige durch den Notstand liquiditätsmäßig derart betroffen, dass er die festgesetzte Vorauszahlung nicht zahlen kann, so kann er beim Finanzamt anregen die Einkommensteuer- oder Körperschafsteuervorauszahlung zu verringern oder zur Gänze nicht festzusetzen. Der Steuerpflichtige muss seinen liquiditätsmäßigen Notstand glaubhaft machen.
  • Sollten bei der Veranlagung für 2020 Nachforderungszinsen anfallen, werden diese nicht angesetzt.

Abgabeneinhebung

  • Steuerpflichtige können beantragen, dass Steuerzahlungen gestundet oder in Raten entrichtet werden. Im Antrag muss der Steuerpflichtige die konkrete Betroffenheit glaubhaft machen. Abgaben, die bereits gestundet wurden, wurden aufgrund des 2. COVID-19-Steuermaßnahmengesetzes automatisch und antragslos bis 30.06.2021 gestundet.
  • Damit Stundungsanträge berücksichtigt werden, muss die Abgabe am Steuerkonto verbucht/gemeldet sein (USt über UVA gemeldet; sonstige Selbstbemessungsabgaben wie LSt/DB/DZ über die Funktion "Meldung zur Zahlung von Selbstbemessungsabgaben" unter dem FinOn-Menüpunkt "Weitere Services"). Sammel-Stundungsanträge für künftige, erst fällig werdende Abgaben werden abgewiesen.
  • Bis 30.06.2021 werden keine Stundungszinsen vorgeschreiben. Ab 01.07.2021 bis 30.06.2024 betragen die Stundungszinsen zwei Prozent über dem jeweils geltenden Basiszinssatz pro Jahr.

Ab 10.06.2021 besteht die Möglichkeit einen COVID-19-bedingten Abgabenrückstand in Raten zu entrichten. Das Rückzahlungs-Modell ist in zwei Phasen gegliedert und dauert 36 Monate.

Phase 1 des COVID-19-Ratenzahlungsmodells:

  • für Abgabenschulden vom 15.03.2020 bis 30.06.2021 zuzüglich der in Phase 1 fällig werdenden Vorauszahlungen an Einkommens- oder Körperschaftssteuer
  • der Ratenzahlungszeitraum endet mit 30.09.2022

Phase 2 des COVID-19-Ratenzahlungsmodells:

  • für Abgabenschulden, für die eine Ratenzahlung nach Phase 1 gewährt wurde, die aber während der Phase 1 nicht vollständig entrichtet werden konnten und Vorauszahlungen an Einkommens- oder Körperschaftssteuer, deren Zahlungstermine in Phase 2 liegen
  • in Phase 1 müssen 40% des Abgabenrückstandes termingerecht entrichtet worden sein
  • Ratenzahlungszeitraum beträgt max. 21 Monate

Für sämtliche Schriften und Amtshandlungen, die im Zusammenhang mit Hilfsmaßnahmen in der Corona-Krise stehen, gibt es eine umfassende Befreiung von Gebühren und Bundesverwaltungsabgaben.

Wenn es zu vorübergehenden Betriebsschließungen kommt, dann sollten die Registrierkassen nicht außer Betrieb genommen werden. Das Anmeldeprozedere über FinanzOnline und die Startbelegprüfung bei der Wiederinbetriebnahme könnten einen unverhältnismäßigen Aufwand darstellen.

 

9. SVS: Überbrückungsfinanzierungen für selbständige Künstlerinnen und Künstler

 

Antragsberechtigt für den nicht rückzahlbaren Zuschuss sind Personen, die Kunst und Kultur schaffen, ausüben, vermitteln oder lehren. Bei der Sozialversicherungsanstalt der Selbständigen (SVS) ist vermerkt, ob AntragstellerInnen künstlerische Tätigkeiten ausüben, des weiteren ist erfasst, ob Beitragszuschüsse des Künstler-Sozialversicherungsfonds (KVSF) bezogen werden. Eine nachträgliche Änderung der Tätigkeit ist nach Prüfung bei der SVS möglich.

Voraussetzungen:

  • Versicherung bei der SVS mit Stichtag 13.03.2020 oder "Opting in"
  • Hauptwohnsitz in Österreich
  • eine durch COVID-19 verursachte wirtschaftliche Notlage (laufende Kosten können icht mehr gedeckt werden)

Die Beihilfe beträgt für das 3. Quartal 2021 maximal EUR 1.800 in Form einer Einmalzahlung, Leistungen aus dem Härtefallfonds der WKO werden angerechnet. Wenn im Kalenderjahr 2020 oder 2021 jeweils mehr als EUR 75.180 (Höchstbeitragsgrundlage vor Steuern) erwirtschaftet werden, muss die Behilfe zurückgezahlt werden.

Der Antrag für das dritte Quartal 2021 kann bis 31.10.2021 hier gestellt werden, jedoch werden Beihilfen nur ausgezahlt bis die Mittel erschöpft sind.

 

10. Künstler-Sozialversicherungsfonds: COVID-19-Fonds

 

Der COVID-19-Fonds unterstützt Künstlerinnen und Kulturvermittlerinnen. Ab 02.08.2021 ist es möglich Anträge in der Phase 4 bis 31.12.2021 zu stellen.

Der KSVF kann KünstlerInnen und KulturvermittlerInnen in Phase 4 einmalig mit bis zu EUR 1.000,- unterstützen, wenn sie

  • weder den Härtefall-Fonds der WKO
  • noch die Überbrückungshilfe der SVS in Anspruch nehmen können und
  • seit 01.01.2021 einen Hauptwohnsitz in Österreich haben
  • von einer wirtschaftlich signifikanten Bedrohung durch COVID-19 betroffen sind
  • einen Einnahmenentfall aus künstlerischer, kunstnaher oder kulturvermittelnder Tätigkeit haben
  • keinen Anspruch auf Leistungen aus Versicherung zur Abdeckung von COVID-19-Auswirkungen haben
  • die voraussichtlichen Einkünfte im Kalenderjahr 2021 EUR 30.930,90 (65-fache der ASVG-Geringfügigkeitsgrenze) nicht überschreiten.

Informationen zu zusätzlichen Fördermöglichkeiten finden Sie hier.

 

11. Non-Profit-Organisation - Unterstützungsfonds

 

Gemeinnützige Organisationen aus allen Lebensbereichten (Sozialbereich, Kultur, Sport, freiwillige Feuerwehr, gesetzlich anerkannte Religionsgemeinschaften) werden mit Zuschüssen, die nicht zurückgezahlt werden müssen, gefördert.

Voraussetzung für die Förderung ist:

  • Sitz und Tätigkeit in Österreich
  • Gründungs- oder Errichtungsdatum am oder vor dem 10.03.2020
  • wirtschaftliche Beeinträchtigung durch die Corona-Krise

Die Förderung setzt sich zusammen aus förderbare Kosten

  • Miete und Pacht
  • Wasser, Energie & Telekommunikation
  • Versicherungen & Lizenzkosten
  • Vorlaufkosten für abgesagte Veranstaltungen (wenn gesetzlich oder behördlich abgesagt)
  • Steuerberatungskosten
  • Zahlungsverpflichtungen (zB Buchhaltung, Marketing & Werbung)
  • Zinsaufwendungen
  • verderbliche oder saisonale Ware
  • Reinigungskosten
  • COVID-19 bedingte Kosten (zB Schutzausrüstung, Corona-Tests, Desinfektionsmittel, Ausrüstung für Home-Office)

und einem pauschalen Struktursicherungs-Beitrag (idR 7% der im Jahr 2019 erwirtschafteten Einnahmen, max. EUR 120.000 pro Organisation).

Ist die Summe der förderbaren Kosten und Struktursicherungs-Beitrag höher als EUR 3.000 wird höchstens der Einnahmen-Ausfall ersetzt, je Organisation max. EUR 2,4 Mio. Je Organisation muss die Summe aus förderbaren Kosten und Struktursicherungs-Beitrag mindestens EUR 500 betragen.

Für das Jahr 2020 ist keine Antragstellung mehr möglich, Anträge für 2021 können über https://antrag.npo-fonds.at gestellt werden, die Abwicklung erfolgt über die aws.

Da zahlreiche Vereine nach wie vor unter den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise leiden, wird der NPO-Unterstützungsfonds um das 1. und 2. Quartal 2021 verlängert. Anträge für das erste Halbjahr 2021 können bis 15.10.2021 gestellt werden, wobei für die beiden Quartale nur ein Antrag nötig sein wird.

Zusätzliche Informationen finden Sie unter www.npo-fonds.at/faqs/ oder in der NPO-Fonds-Richtlinieverordnung.

 

12. Neustartbonus

 

Dieses Instrument erleichtert es Unternehmen, die krisenbedingt nicht voll ausgelastet sind, neue Mitarbeiter zB in Teilzeit aufzunehmen. Das AMS stockt das Gehalt/den Lohn für Arbeitnehmer auf ca. 80 Prozent des Bezuges vor der Arbeitslosigkeit auf. Arbeitnehmerinnen oder Arbeitnehmer, die ab 15.06.2020 neu eingestellt werden, können über ihr eAMS-Konto den Neustartbonus vor Beginn des Arbeitsverhältnisses beantragen, die Auszahlung erfolgt monatlich direkt an die Beschäftigten.

Voraussetzungen:

  • die Person muss beim AMS arbeitslos gemeldet sein
  • das eingegangene Dienstverhältnis geht auf eine dem AMS gemeldete offene Stelle zurück
  • das Entgelt im neuen Dienstverhältnis liegt unter jenem vor der Arbeitslosigkeit
  • das neue Dienstverhältnis umfasst mind. 20 Wochenstunden
  • gilt für Dienstverhältnisse, die bis 31.12.2021 eingegangen werden
  • eine Wiederbeschäftigung beim selben Arbeitgeber innerhalb von 6 Wochen ist nicht förderbar
  • aber: der Wechsel von einem geringfügigen in ein voll sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis ist förderbar

Ausbezahlt wird Arbeitslosengeld bzw. Notstandshilfe plus 45% - 60% je nach Wochenstunden minus Netto-Erwerbseinkommen inklusive Sonderzahlungen - höchsten aber EUR 950 monatlich. Die Förderung gilt solange das Arbeitsverhältnis dauert, höchstens 28 Wochen. Ausnahmen bestehen und werden individuell mit dem AMS vereinbart.

 

Unser Kanzlei ist für Sie geöffnet. Wir sind telefonisch und per E-Mail
von Montag bis Donnerstag von 08:30 - 17:00 Uhr und
am Freitag von 08:30 bis 14:00 für Sie da.

Bei Fragen beraten wir Sie gerne: 01/ 503 58 70 oder office@asontas.at