Highlights des Steuerreform- und Konjunkturbelebungsgesetzes 2009

Das Steuerreform- sowie das Konjunkturbelebungsgesetz sind mit 01. April 2009 in Kraft getreten. Wir wollen Sie im Folgenden über die wichtigsten Eckpunkte informieren:

Vorzeitige Abschreibung begünstigter Anlagegüter

Für die Jahre 2009 und 2010 ermöglicht die vorzeitige Abschreibung einen höheren Abschreibungsbetrag: Dieser beträgt im Jahr der Anschaffung (inklusive der linearen Abschreibung) 30% der Anschaffungs- und Herstellkosten. Ausgenommen sind Gebäude, Grund und Boden, Mieterinvestitionen, PKW (ausgenommen Fahrschulfahrzeuge und Taxis), Luftfahrzeuge, gebrauchte Wirtschaftsgüter, geringwertige Wirtschaftsgüter sowie solche, die von einem beherrschenden Unternehmen erworben wurden.

Lohn- und Einkommensteuertarif

Das Ziel der Bundesregierung war es, insbesondere eine Entlastung der lohn- und einkommensteuerpflichtigen Einkommen bis EUR 25.000 zu erreichen. Darüber hinaus wurde die Bemessungsgrundlage für den Höchststeuersatz auf über EUR 60.000 angehoben.

Gültige Tarife vor der Steuerreform

Einkommen Durchschnittssteuersatz Grenzsteuersatz
bis 10.000 Euro 0% 0%
bis 25.000 Euro 23% 38,33%
bis 51.000 Euro 33,5% 43,6%
über 51.000 Euro   50%

Neue Tarife laut Steuerreformgesetz

Einkommen Durchschnittssteuersatz Grenzsteuersatz
bis 10.000 Euro 0% 0%
bis 25.000 Euro 20,44% 36,5%
bis 60.000 Euro 33,73% 43,2143%
über 60.000 Euro   50%

Die Tarife sind rückwirkend ab dem 01. Jänner 2009 in Kraft sodass die Arbeitgeber verpflichtet sind, die bereits abgerechneten Löhne des Kalenderjahres 2009 bis zum 30.06.2009 aufzurollen.

Gewinnfreibetrag

Der bereits seit dem Jahre 2007 in Kraft befindliche Freibetrag für investierte Gewinne (§ 10 EStG) für natürliche Personen wird ab dem Jahre 2010 ausgedehnt. Künftig ist dieser für alle Gewinnermittlungsarten möglich und auf 13 % erhöht.

Der Gewinnfreibetrag teilt sich in zwei unterschiedliche Freibeträge:

  • Grundfreibetrag: Bis zu einem Gewinn von EUR 30.000 sind zur Inanspruchnahme des Freibetrages von 13% (= EUR 3.900) keine Investitionen nötig. Dieser steht dem Steuerpflichtigen automatisch zu und wird auch von Amts wegen berücksichtigt
  • Investitionsbedingter Freibetrag: Darüber hinaus sind Investitionen in körperliche Anlagegüter und Wertpapiere gem. § 14 Abs. 7 Z 4 bis zu 13% des Gewinnes steuerfrei gestellt. Allerdings gelten auch hier die Ausnahmen der begünstigten Wirtschaftsgüter wie bei der vorzeitigen Abschreibung (s.o.)

Zusammen können maximal EUR 100.000 als Freibetrag genützt werden. Damit sind Gewinne bis EUR 769.230 von dieser Begünstigung erfasst.

Neu ist auch, dass Investitionen in Gebäude (Mieterinvestitionen) begünstigungsfähig sind, sofern mit der tatsächlichen Bauausführung erst im Jahre 2009 begonnen wurde (wird).

Damit fällt allerdings auch die Begünstigung für nicht entnommene Gewinne gem. § 11a EStG. Hier ist das Problem der Nachversteuerung im Auge zu behalten (keine Senkung des Eigenkapitalstandes in den nächsten sieben Jahren). Es gibt allerdings im Jahr 2009 die Möglichkeit der pauschalen Nachversteuerung mit 10%.

Entlastung für Familien mit Kindern

Neben der bereits beschlossenen 13. Familienbeihilfe gibt es für Familien mit Kindern weitere Entlastungen geben:

  • Pro Jahr und Kind ist ein Kinderfreibetrag von EUR 220 pro Jahr eingeführt werden. Dieser kann auch zwischen beiden Elternteilen begünstigt geteilt werden, sodass beide 60% (EUR 132) geltend machen können.
  • Der Kinderabsetzbetrag wird von EUR 50,90 auf EUR 58,40 und der Unterhaltsabsetzbetrag von EUR 25,50 auf EUR 29,20 erhöht. Die Zahlung erfolgt auch weiterhin zusammen mit der Familienbeihilfe.
  • Kinderbetreuungskosten sollen bis zu einem Betrag von 2.300 Euro pro Jahr und Kind bis zu dessen 10. Lebensjahr steuerlich absetzbar werden. Auch hier ist ein Splitting zwischen den Elternteilen möglich.
  • Darüber hinaus sollen Kostenzuschüsse des Arbeitgebers für die Betreuung der Kinder (bis zum 10. Lebensjahr) seiner Dienstnehmerinnen/Dienstnehmer steuerfrei behandelt werden. Dieser beträgt pro Kind und Kalenderjahr EUR 500. Für den Arbeitgeber ist dieser Kostenzuschuss jedoch auch als Betriebsausgabe abzugsfähig.

Spenden an mildtätige Organisationen

Ab dem Jahr 2009 hat sich der Kreis der begünstigten Spendenempfänger vergrößert. Nun können auch Spenden für Zwecke der Mildtätigkeit sowie der Entwicklungs- und Katastrophenhilfe als Betriebs- oder Sonderausgabe geltend gemacht werden. Zur Geltendmachung müssen die Organisationen auf einer Liste des Finanzministeriums geführt sein. Für nähere Informationen verweisen wir auf die Seite unseres Partnerunternehmens NPO-Steuerberatung (http://www.npo-steuerberatung.eu/)

Kirchenbeitrag

Rückwirkend ab 01. Jänner 2009 wurde der als Sonderausgabe abzugsfähige Kirchenbeitrag auf EUR 200 erhöht. Dies betrifft auch etwaige Nachzahlungen aus Vorjahren, die nach dem 31. Dezember 2008 geleistet wurden.

Für weiterführende Informationen zu den oben genannten Themen möchten wir Sie auf den Bereich News & Services auf dieser Seite verweisen.

Wie diese News oder Informationen auch für Sie konkreten Nutzen bedeuten können, zeigt Ihnen das Team von Rothenbuchner & Partner. Klare Strategien. Kreative Lösungen.

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